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FAQs

Häufig gestellte Fragen rundum Hydroschneidetechnik

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie kurze Antworten auf die meisten Fragen zu den Themen Wasserstrahlschneiden, Verfahren, Materialien und Schnittqualität.

Frage nicht dabei? Kontaktieren Sie uns gerne direkt.

Allgemeines

Was ist Wasserstrahlschneiden?

Wasserstrahlschneiden ist ein Bearbeitungsverfahren, bei dem ein Hochgeschwindigkeits‑Wasserstrahl Materialien konturgenau trennt. In der Wasserstrahlschneidtechnik unterscheiden wir grundsätzlich zwei Schneidverfahren: abrasives Wasserstrahlschneiden (mit Abrasivmittel) und Reinwasserstrahlschneiden (ohne Abrasiv).

Was ist abrasives Wasserstrahlschneiden?

Beim abrasiven Schneidverfahren wird gereinigtes, aufbereitetes Leitungswasser per Hochdruckpumpe auf bis zu 6000 bar komprimiert. In der Düse wird ein Abrasivmittel (z. B. Granatsand, alternativ Korund) beigemischt und durch eine feine Düse (ca. 0,8–1,1 mm) gepresst. Der Abrasivstrahl trägt das Material kontrolliert ab und durchtrennt das Werkstück.

Dieses Verfahren eignet sich besonders für harte Materialien wie z. B. Aluminium, Fliesen/Naturstein oder stärkere Kunststoffe.

Was ist Reinwasserstrahlschneiden?

Beim Reinwasserstrahlschneiden wird ausschließlich der Wasserstrahl komprimiert und durch eine extrem feine Düse (ca. 0,1–0,25 mm) gepresst.

Der Strahl wird mit bis zu 4000 bar beschleunigt und schneidet weichere Werkstoffe wie Gummi, Schaumstoffe, dünne Kunststoffe und dünne Faserverbundwerkstoffe.
Durch den sehr feinen Strahl sind schmale Schnittspalten, enge Radien und filigrane Konturen möglich.

Mit welchem Druck arbeiten wir beim Wasserstrahlschneiden?

Beim Abrasivschneiden erzeugt die Hochdruckpumpe einen Arbeitsdruck von bis zu 6000 bar. Das Wasser wird in der Schneiddüse in Energie umgewandelt – mit Strahlgeschwindigkeiten bis ungefähr 1300 m/s (entspricht etwa der 4‑fachen Schallgeschwindigkeit).


Beim Reinwasserstrahlschneiden arbeiten wir je nach Anwendung mit Drücken von bis zu ca. 4000 bar.

Was sind die Vorteile des Wasserstrahlschneidens?
  • Keinerlei Materialveränderung
  • Kein Materialverzug, da kaltes Verfahren ohne thermische Einflüsse
  • Keine Aufhärtungen des Metalls entlang der Schnittkante
  • Keine Nachbearbeitung
  • Beliebige Konturen sind möglich, egal ob filigran oder komplex
Allgemeines

Qualität & Machbarkeit

Welche Schnittqualitäten erreichen wir beim Wasserstrahlschneiden?

Die erreichbare Schnittqualität hängt vor allem von Werkstoff, Materialstärke, Kontur/Geometrie, Vorschub und der gewünschten Zielqualität ab. Übliche Abstufungen sind z. B. Trennschnitt, Produktionsschnitt und Feinschnitt. Wir stimmen die passende Schnittqualität vorab ab – damit Ergebnis, Aufwand und Preis zusammenpassen.

Können Materialien beim Wasserstrahlschneiden kaputt gehen?

Jein. Wasserstrahlschneiden ist kein thermisches Verfahren – es entstehen also keine temperaturbedingten Gefügeänderungen wie beim Laserschneiden. In seltenen Fällen können jedoch im Material vorhandene Eigenspannungen durch den Schneidprozess „sichtbar“ werden. In solchen Fällen beraten wir zur geeigneten Schnittstrategie und Machbarkeit.

Allgemeines

Materialien & Anwendungen

Welche Materialien können geschnitten werden?

Aus unserer Erfahrung können wir sagen: Es gibt kaum ein Material, das wir nicht schon bearbeitet haben. Typische Werkstoffe sind unter anderem:

  • Metalle: Aluminium, Kupfer, Messing, Bronze, Stahl, Edelstahl, Titan
  • Faserverbund: CFK, GFK, Aramidfasern
  • Glas (inkl. spezieller Anwendungen)
  • Feinsteinzeug/Fliesen und Naturstein (z. B. Marmor, Granit)
  • Technische Keramik
  • Holz
  • Kunststoffe (z. B. PC, ABS, PP, PE etc.)
  • Gummi und Schaumstoff

Wenn Sie uns Material und Stärke nennen, empfehlen wir schnell das passende Verfahren. Auf Wunsch führen wir auch einen Schneidversuch durch und fertigen ein Muster an – melden Sie sich dafür einfach bei uns.

    Welche Branchen profitieren vom Wasserstrahlschneiden?

    Wasserstrahlschneiden wird in vielen Bereichen eingesetzt – überall dort, wo Materialvielfalt, Konturgenauigkeit und saubere Kanten wichtig sind. Typische Branchen sind unter anderem Automobilindustrie, Luft‑ und Raumfahrt, Maschinen‑ und Anlagenbau, Metall‑ und Kunststoffindustrie sowie Bau und Handwerk.

    Je nach Material und Anforderung wählen wir das passende Verfahren (Reinwasser oder Abrasiv) und stimmen die Zielqualität vorab ab.
    Allgemeines

    Preise & Stückzahlen

    Welche Stückzahlen bearbeiten wir?

    Die Stückzahlen hängen von Ihren Anforderungen ab: Wir fertigen Einzelstücke und Prototypen ebenso wie Vors­erien und Serienaufträge. Entscheidend sind Material, Geometrie, Zielqualität und Termin – danach richten wir das passende Vorgehen aus.

    Was kostet Wasserstrahlschneiden?

    Der Preis fürs Wasserstrahlschneiden hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:

    • Werkstoff
    • Materialstärke
    • Gesamtlänge der Schneidkontur
    • Art der Schneidkontur (z. B. viele Innenausschnitte/Löcher erhöhen die Bearbeitungszeit)
    • Gewünschte Schnittqualität (z. B. Trennschnitt, Produktionsschnitt, Feinschnitt)

    Gerne erstellen wir auf Basis Ihrer Angaben ein konkretes Angebot – wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

    Allgemeines

    Wasserstrahlschneideanlage

    Wie funktioniert eine Wasserstrahlschneideanlage?

    Grundsätzlich besteht eine Wasserstrahlanlage aus einem Schneidtisch (Metallbecken mit Schlammfangbehälter), einem Hochdrucksystem und einem CNC‑geführten Schneidkopf. Das Werkstück liegt auf dem Stahlgitter; der Schneidkopf fährt die Kontur ab und schneidet nach den programmierten Vorgaben. Je nach Material wird mit Reinwasser oder Abrasiv gearbeitet.

    Wie viele Wasserstrahlschneideanlagen haben wir?

    Wir arbeiten derzeit mit 4 Wasserstrahlschneideanlagen. Damit können wir folgende Verfahren abdecken:

    • 2D abrasiv
    • 2D abrasiv (bis 6000 bar) mit automatischer Winkelkorrektur
    • 2D Reinwasser
    • 3D abrasiv
    • 3D Reinwasser

    So können wir je nach Material, Geometrie und Zielqualität das passende Verfahren auswählen.

    Was bringt die automatische Winkelkorrektur?

    Bei dieser Anlage arbeiten wir mit einem Pumpendruck von bis zu 6000 bar und einer computergesteuerten Korrektur des Fokusierrohres. Dadurch bleibt die Schnittkante möglichst rechtwinklig zur Werkstückoberfläche – auch bei anspruchsvollen Konturen und in Ecken. Das erhöht die Teilegenauigkeit (Winkelfehler < 0,15 mm pro Seite).

    Wasserstrahlschneiden

    Materialien

    Welche Art von Gummi ist am besten für mich geeignet?

    Das hängt vom Einsatzbereich Ihres Bauteils ab. Für die Materialwahl sind u. a. Temperaturbereich, Medienbeständigkeit (z. B. gegen Benzin, Öl, Ozon, Säuren/Laugen) sowie Alterungsbeständigkeit entscheidend. Zusätzlich spielt die Shore‑Härte eine wichtige Rolle (weich bis hart). Wenn Sie uns Anwendung und Anforderungen nennen, helfen wir Ihnen bei der Auswahl des passenden Gummimaterials.

    Kann ich Fliesen per Wasserstrahl schneiden lassen?

    Ja. Fliesen (insbesondere Feinsteinzeug) lassen sich in der Regel sehr gut wasserstrahlschneiden – vor allem, wenn saubere, exakte Ausschnitte (z. B. für Steckdosen oder Anschlüsse) benötigt werden. Auch Sockelfliesen oder spezielle Formen sind möglich. Darüber hinaus eignet sich Wasserstrahlschneiden für Gestaltungselemente wie Intarsien oder Mosaike, wenn individuelle Konturen gefragt sind.

    Kann es vorkommen, dass Granitfliesen oder Natursteine beim Wasserstrahlschneiden springen?

    Jein. Naturstein (z. B. Granit, Marmor) ist ein Naturprodukt. Je nach Struktur, Einschlüssen oder vorhandenen Spannungen kann es in seltenen Fällen zu Ausbrüchen oder Rissen kommen. Wir reduzieren das Risiko durch passende Schnittparameter und eine geeignete Schnittführung – eine Haftung für materialbedingte Brüche bei Naturstein können wir jedoch nicht übernehmen.

    Gerne prüfen wir Material, Stärke und Kontur vorab und geben eine realistische Einschätzung zur Machbarkeit.
    Kann es vorkommen, dass Fliesen und Feinsteinzeug beim Wasserstrahlschneiden springen können?

    Ja, in Einzelfällen. Bei Feinsteinzeug/Fliesen können aus dem Herstellungsprozess Eigenspannungen im Material vorhanden sein. Diese können bei der Bearbeitung zu Rissen, Abplatzern oder „Springen“ führen. Wir stimmen Schnittstrategie und Parameter auf Material und Geometrie ab, um das Risiko zu minimieren – eine Haftung für Bruch oder Sprünge können wir jedoch nicht übernehmen.

    Gerne prüfen wir Material, Stärke und Kontur vorab und geben eine realistische Einschätzung zur Machbarkeit.

    Materialien